29.05.2022 –, Zur ruhigen Kugel Sprache: Deutsch
Erschöpfung, Fatigue, LongCovid, was nun?
Wir sind betroffen von grenzenloser Erschöpfung. Kapitalismus, Krisen, Krieg, Kohle und ... Long-/Postcovid. Arbeit, Arbeit, Arbeit, überall Arbeit. Hauptsache die Wirtschaft läuft (weiter). Doch zum Aufbegehren fehlt uns nun auch noch völlig die Kraft.
Wie können wir mit unseren unbeständigen und begrenzten Energiekapazitäten besser umgehen lernen? Dabei trotzdem Aktivismus praktizieren? Wollen wir das trotz Erschöpfung überhaupt, oder gerade deswegen? Und wo führt uns das hin?
Die Forschung zu Long- und Postcovid kann bisher kaum Diagnosen bereit halten, nur geringfügig gezielte Therapieansätze anbieten. Wir wollen versuchen in diesem Workshop gemeinsam die Möglichkeiten des Umgangs mit diesem bisher unterbeleuchteten Aspekt der Pandemie ausloten, eine Sprache finden für das, von was wir und viele unserer Freund:innen und nahe Angehörige betroffen sind. Damit unsere Situation und die Phänomene für uns und unser (politisches) Umfeld besser greifbar machen.
Eingeladen sind alle Betroffenen von Long-/PostCovid, Angehörige und Interessierte.
Lena arbeitet als kritische Kunstvermittlerin, beschäftigt sich mit feministischer Organisierung und ist als Aktivistin tätig.
Oder auch Thomas. Liebkose. Tut sich schwer mit Selbstbeschreibungen. Derzeit im Arbeits-Boykott. "Nieder mit der Arbeitsdiktatur". Früher mal als freischaffender Dozent in der Weiterbildung tätig. Noch früher mal Aktivisti gewesen. Heute vorrangig erschöpft. Dennoch wann immer möglich in kritischen Reflexionsprozessen zu Männlichkeit, Patriarchat, Feminismus, Technologie, Gesellschaft, Kultur und den transformativen Potenzialen von intersektionalem und profeministischen Ansätzen / Beziehungen tätig. "Still loving Antifa". Musik-Liebhaber, Poet, Philosoph, Freigeist. Übt sich seit einigen Jahren in Care-Arbeit und in Betroffenen-Support-Strukturen. Suche Zugang zu Gefühlen. Mache jetzt mal nen Punkt.
