2026-05-23 –, Jurte Language: Deutsch
Vor zehn Jahren erwuchs aus dem abenteuerlichen Unterfangen dreier sehr unterschiedlicher Organisationen eine soziale Bewegung: die zivile Seenotrettung im Mittelmeer. Sie unterstützte zehntausende Menschen auf der gefährlichen Überfahrt nach Europa, wurde dafür beschimpft, kriminalisiert und sogar beschossen. Wir wagen einen literarischen Rückblick auf ihre Erfolge und Fehlschläge, auf Seemenschengarn, Schiffe und Schicksale.
Das Buch »Kein Land in Sicht – 10 Jahre zivile Seenotrettung im Mittelmeer« (Mandelbaum, 2025) schreibt Geschichte(n) der Flucht und Fluchthilfe nach Europa, symbolträchtiger Rettungsschiffe, ihrer Einsätze und deren Kriminalisierung. Der Autor – selbst langjähriger Seenotrettungsaktivist und aktuell Koordinator der Justice Fleet-Allianz – diskutiert mit langjährigen Shipmates Fragen zur gelebten Politik und Philosophie der Seenotrettung, reflektiert widerständige Momente und lässt zum Abschluss einige Hauptfiguren der Bewegung über deren Zukunftsaussichten nachdenken.
Chris Grodotzki fotografiert, schreibt und spricht; ursprünglich als Antifa- und Umwelt-Aktivist, dann als freier Journalist mit Fokus auf Grenz- und Umweltkonflikte. Seit 2018 vor allem im Medienbereich von Sea-Watch, wo er aktuell auch die Seenotrettungs-Allianz »Justice Fleet« koordiniert.
