11th World Congress of the Hedonist International

11th World Congress of the Hedonist International

anders streiten lernen
2026-05-23 , Lichtung
Language: Deutsch

Wir leben in Zeiten heftigster Konflikte und deren gewaltvoller Eskalation. Eine These von Jalka ist es, dass eine (über-)lebensfähige Demokratie und eine bewusste Kultur konstruktiven Streitens Hand in Hand gehen.

Diese Fähigkeit zu kultivieren bedarf einer bewussten Entscheidung, sich mit individuellem, kollektivem und gesellschaftlichem Streitverhalten und Mustern der Konfliktbearbeitung auseinanderzusetzen.

Dafür biete ich 1 Lernraum an und bringe meine Forschung & Arbeit als Mediator ein.


Im Workshop "anders streiten lernen" haben die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, sich mit eigenen Konfliktverhalten (emotional) zu beschäftigen und dazugehörigen Prägungen aus der Vergangenheit zu reflektieren. Im ersten Schritt geht es darum zu Lernen, Konflikte als solche zu erkennen und benennbar zu machen. Im zweiten Schritt, sich mit der eigenen Einstellung zu Konflikten zu beschäftigen, und mit Verhaltensmustern die einer (konstruktive) Konfliktgestaltung hinderlich sind. Darauf aufbauen soll ein Zugang aufgemacht werden, wie Konflikte als Lernchance angesehen werden können und mit welchem Handwerkszeug Situationen des Streits besser bewältigt werden können. Eine zusätzliche Ebene stellt die Bewusstwerdung von strukturell angelegten Konfliktlagen in Gesellschaften dar, die auf Basis von Diskriminierungsmechanismen, Machtdynamiken und interkulturellen Unterschieden bestehen und die einen Einfluss darauf haben, wer wann wie mit wem in Konflikte gerät, ohne individuell dazu etwas getan zu haben. Der Workshop soll Lust darauf machen, bei Konflikten genauer hinzuschauen, Handlungsfähigkeit und Mut zu entwickeln, Konflikte dort wo sie auftauchen anzunehmen und bei Möglichkeit konstruktiv zu gestalten. Alle Teilnehmenden sind dazu eingeladen, Beispiele mitzubringen und bei den angebotenen (Gruppen-)Übungen sich auszuprobieren.

Tomate ist Mediator, Künstler, Aktivist, Dozent, vermutlich auch neoro-divergent (bin gerade dabei dem nachzuspüren) und setzt sich ein für Räume des transformativen Lernens. Sowie für eine Gesellschaft, in der Konflikte als Chancen verstanden und Möglichkeiten der Veränderung gemeinsam angegangen werden. Ein achtsamer Umgang im Verhalten miteinander, eine diskrimierungssensbile Sprache, machkritisches Spreches und bedürfnisorientiertes Verhalten bilden den Anspruch von Tomate, für Begegnungen in Räumen des Austausches. Dafür braucht es ein Bewusstsein für strukturelle Gewalt- und Unterdrückungsmechanismen und Wege, diese zu bekämpfen und/oder zu unterlaufen. Derzeit forscht Tomate im Bereich der diskriminierungssensbilen Mediation und intersekational angelegten Konfliktgestaltung, und verbindet dies mit Studien zu Präfiguration, im Schreiben, Lernen und der gemeinsamen Weltgestaltung. Der Weg ist lang, also gehen wir diesen am besten Zusammen.