11th World Congress of the Hedonist International

11th World Congress of the Hedonist International

Träume gegen den Faschismus/ Utopien bauen jetzt und überall!
2026-05-24 , Jurte
Language: Deutsch

In diesem Vortrag, will ich über Projekte erzählen bei denen Utopien umgesetzt wurden und Menschenrechtsbrüche verhindert wurden. Ich will anhand von Beispielen aufzeigen, welche Kraft sich entwickelt, wenn man den Rahmen der einem Zugewiesenen Arbeit im System verlässt. Wenn Menschen gleichberechtigt, gemeinsam und multiperpektivisch an ihren Wünschen bauen.


2025 weltweit greifen Oligarchie und Faschismus um sich, in mir und meinem Umfeld macht sich Hoffnungslosigkeit breit. Musk und Co. beherrschen unsere Emotionen, indem sie uns täglich bei Socialmedia schockieren, während wir keinerlei Zugang zu ihnen haben. Wir liegen im Bett, sitzen auf der Toilette oder sind auf dem Weg zur Arbeit, wir gucken kurz auf das Handy, sehen eine Nachricht, die uns wütend macht, doch unser Handy gibt uns meist nicht die Möglichkeit, die Person zu erreichen, die uns wütend macht. Wir können lediglich die Nachricht an andere verbreiten, die ebenso schockiert sein werden wie wir. Manchmal fühlt es sich an, als hätten wir unsere politische Macht verloren, weil unsere Kraft sich darauf beschränkt, in unseren Bubbels unsere Empörung kundzutun – zu politischen Ereignissen, auf die wir kaum Einfluss haben.  

Aber wir alle haben an unterschiedlichen Stellen in unserem Leben auch Macht, die über das Liken und Empören hinausgeht!
Wir sind Sozialarbeiter:innen, Künstler:innen, Lehrer:innen, Dramaturg:innen, Regisseur:innen, Kurator:innen, Politiker:innen, Behördenmitarbeiter:innen, Stadtplaner:innen, Café Betreiber:innen, Bibliothekar:innen, Professor:innen, Nachbar:innen, Stadt- und Landbewohner:innen, Mieter:innen, Anwohner:innen.
Wir können um uns rum utopische, freie, solidarische, gleichberechtigte Räume aufbauen, erhalten und stabilisieren. 
Wie können wir den uns im System zugewiesenen Platz nutzen, um die Grenzen zu sprengen, die uns und andere umgeben?
Ich will anhand meiner eigenen Arbeit exemplarisch aufzeigen, wie wir utopisch gegen den Faschismus anarbeiten können. Wie wir die Grenzen der uns zugewiesenen Arbeit sprengen können, um an Utopien im Jetzt zu bauen. 
So arbeitete ich als politische Bildner:in zur Vermittlung von Kinderrechten für ein Ferienprojekt in einer Geflüchteten-Unterkunft. Doch statt die Kinder über Kinderrechte zu „belehren“, nutze ich meine Rolle, um sie zu assistieren, diese für sich einzufordern. So bauten wir mit ihnen im Sinne von Artikel 12 (Recht auf Beteiligung UN-Kinderrechtskonvention) die Unterkunft ihren Wünschen und Bedürfnissen entsprechend um. Wir bauten Spielgeräte und Sitzgelegenheiten aus Altholz, forderten bei der Bildungssenatorin WLAN in der Unterkunft ein und erkämpften beim Heimleiter einen selbsverwalteten Raum für die Kinder/Jugendlichen. Wir machten ein Graffiti in den Eingangsbereich und machten den Zaun zu einem Kunstwerk, welches zum Ausdruck brachte: „Das ist unser Raum, wir sind hier nicht untergebracht, sondern Besitzer:innen des Raums“. 
 Von diesen und ähnlichen Projekten will ich in diesem Vortrag erzählen und die Parameter untersuchen, die es braucht, damit eine kollektive Wunschproduktion möglich ist. 
Ich werde nicht nur von Projekten mit Kindern erzählen, sondern auch von urbanen Praxisprojekten.

Ich bin freiberuflich als Künstlerin und Bildungsreferentin tätig.

In meinem Arbeiten greife ich als Autorin, Aktivistin und Kuratorin in die Wirklichkeit außerhalb der Kunstwelt ein. Die Arbeiten sind von kollektiven Wunsch-Produktionsprozessen geprägt.
Die Arbeiten sind kontextspezifisch und interdisziplinär. Die Arbeiten greifen transformatorisch in die Wirklichkeit ein oder machen die Wünsche der Gruppe, mit der ich arbeite, über Filme, Theaterstücke, Skulpturen, Performances oder Ausstellungen sicht- und unüberhörbar. So arbeitete ich bspw. mit Kindern verschiedener Gemeinschaftsunterkünfte an der nutzer:innen- und bedürfnisorientierten Umgestaltung der jeweiligen Unterkünfte. Und produzierte mit (größtenteils) Mädchen (mit Fluchthintergrund) aus einem Berliner Randbezirk, eine postdramatische Theaterproduktion, bei der die Mädchen Fremdzuschreibungen, ihre Forderungen an die Umwelt entgegensetzten.