2026-05-23 –, Wiesenbühne Language: Deutsch
Nach Jahrzehnten der Versicherheitlichung sozialer Probleme ist die Polizei häufig die einzige Institution, die auf Menschen in psychischen Ausnahmesituationen reagiert. Der Vortrag diskutiert vor dem Hintergrund von Defund-Ansätzen internationale Interventionsmodelle, die alternative, nicht-repressive Hilfestrukturen stärken und polizeiliche Zuständigkeiten in solchen Situationen reduzieren sollen.
Der Vortrag zeichnet die Versicherheitlichung sozialer Probleme in den vergangenen Jahrzehnten nach und zeigt anhand empirischer Studien den Unterstützungsbedarf von Menschen in psychischen Ausnahmesituationen sowie die Grenzen polizeilicher Handlungsmöglichkeiten in solchen Einsätzen auf. Daran anschließend werden an „Defund the Police“ angelehnte alternative Interventionsmodelle vorgestellt und ihre Realisierbarkeit sowie mögliche Nebenwirkungen im Plenum diskutiert.
"Prof. Dr. Bella Raketi", Dipl.-Soz., ist als Professorin an einer polizeilichen Hochschule tätig und stellt sich daher regelmäßig Fragen zur (Un)Möglichkeit eines "richtigen Leben im Falschen". Ihre aktuellen Forschungsprojekte befassen sich mit Fragestellungen der kritischen Polizeiforschung, z.B. zur Verbreitung von Stereotypen, Rassismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in der Polizei, zu Diskriminierungs- und Rassismuserfahrungen von Personen im Kontakt mit der Polizei, sowie mit Eskalationsdynamiken der Gewalt in Polizeieinsätzen.
