24.05.2026 –, Treffpunkt für Workshops Sprache: Deutsch
In dem Workshop wird es darum gehen, Praktiken des Sich-Einwaldens auszuprobieren und zu erforschen. Wir streifen durch den Wald und lassen uns gleichzeitig von ihm durchdringen. Ziel ist der Versuch, eine wechselseitige Beziehung aufzubauen, bei der die Interaktionspartner*innen hierarchisch gleichgestellt sind. Dabei stellen wir uns Fragen: Was erscheint uns interessant? Wo gehen wir auf den Wald zu? Wo zieht es uns hin? Wo wirkt der Wald auf uns? Was macht er mit uns? Was machen wir mit ihm?
Die durch uns ausgelöste Dauerkrise des Planeten wird uns trotz medizinisch-technischen Fortschritts - früher oder später - unsere eigenen körperlichen Grenzen und damit unsere Vergänglichkeit (wieder) stärker spüren lassen. Warum nicht jetzt schon die eigene Körperlichkeit in den Austauch mit der Umwelt bringen und eine neue Empfänglichkeit gegenüber der lebendigen Welt praktizieren? Wir lauschen dem Gezwitscher der Vögel und spüren, was das mit uns macht; wir lassen die Schuhe stehen und erkunden barfuß die Aktionen des lebendigen Waldbodens; wir entdecken Spuren und folgen ihnen durchs Unterholz oder werden selbst zu den Kreaturen, die sie geschaffen haben; wir atmen den Wald und treten so in Kontakt mit jenen Wesen, die unsere Ökosphäre überhaupt erst geschaffen haben.
Die Idee des Workshops basiert auf der Idee, dass wenn wir nicht nur dekolonial, sondern auch de-anthropozentrisch denken oder verstehen wollen, wir nicht-humanen Perspektiven Raum geben müssen. Es gibt eine Bewegung dazu in Anthropologie und Sozialwissenschaften, die als ontologische oder auch materialistische Wende bezeichnet wird. Im dem Workshop sollen aber nicht theoretische Debatten weitergeführt und handfeste Aussagen produziert, sondern eine Haltung entwickelt, die Wahrnehmungsräume (neu) erfahren lässt und (innere) Bilder produzieren, die in Austausch gebracht werden können.
Schuhe sind nicht notwendig, aber ausreichend Kleidung/Decken, um auch einige Zeit still sitzen/liegen zu können.
Literatur zum Thema:
Coccia, Emanuele (2021): Metamorphosen. Hanser.
Krenak, Ailton (2021): Ideen, um das Ende der Welt zu vertagen. btb.
Martin, Nastassja (2021): An das Wilde glauben. Matthes & Seitz.
Morizot, Baptiste (2020): Philosophie der Wildnis oder die Kunst, vom Weg abzukommen. Reclam.
Jahrgang 1981, männlich, weiß, blaue Augen, dunkelblonder Vokuhila, 1,74 m groß, Pädagoge, Künstler, interessiert an ästhetischen Praktiken, an dekolonialen Perspektiven und an interspeziären Beziehungen.
